Darf TITANIC das? Satire zwischen Empörungskultur und Kreativchaos
Shownotes
In dieser Folge von UnderCover begrüßen euch Marc und Karsten zu einem satirischen Deep-Dive! Zu Gast ist Torsten Gaitzsch, der aktuelle Chefredakteur des endgültigen Satiremagazins Titanic.
Gemeinsam blicken sie hinter die Kulissen des Magazins, diskutieren über den schmalen Grat zwischen "richtigem Lüften" 🪟 und Weltpolitik 🌍 und klären, warum ein Sprachwissenschaftler plötzlich Witze über Mücken macht.
**Themen dieser Episode: **
👑 Der Weg zur Macht: Wie Torsten vom Praktikanten (2010) zum Chefredakteur aufstieg – und warum man bei der Titanic buchstäblich Strohhalme zieht, um den Chefposten zu besetzen (oder ihm zu entkommen!).
🤡 Humor-Legenden: Warum Fips Asmussen und Otto Waalkes auch heute noch Kult sind und wie Otto einst Cover-Model und Autor für die Titanic-Gründer war.
🛠️** Inside Redaktion:** Ein exklusiver Blick in den dreiwöchigen Produktionszyklus: Von der wilden Themenfindung bis zur finalen "Blaupause" kurz vor Druck.
🖼️ Cover-Talk: Die Story hinter dem aktuellen Titel "Richtig lüften" – genialer Minimalismus oder Verkaufsrisiko?.
🥊 **Konkurrenz & Kollegen: **Der freundliche Wettbewerb mit Postillon und Eulenspiegel und warum nur die Titanic das 50-jährige Jubiläum der Mückenbekämpfung feiert.
⚽ Der WM-Skandal 2006: Ein Rückblick auf Martin Sonneborns legendäre Fax-Aktion mit Kuckucksuhren und Schinken, die das Sommermärchen vielleicht erst möglich machte.
🎧 **Podcast-Tipps: **Torstens eigene Projekte: Der Retro-Podcast "Titanic war früher?…" (mit Tim Wolff) und seine Fundstücke aus offenen Bücherschränken in "Seitenstraße".
Zitate der Folge:
🗣️ "Satire beleidigt nämlich nicht." – Karsten (versucht sich zu retten) 🗣️ "Das ist so ein Titel, entweder gefällt er den Leuten oder die stehen völlig ratlos davor." – Torsten über das Cover "Richtig lüften" 🗣️ "Wir ziehen Strohhalme und wer den kürzesten erwischt, muss den Mist machen." – Über die Chefredakteurs-Wahl
**Über den Gast: **
👨🏫 Torsten Gaitzsch ist promovierter Sprachwissenschaftler und seit August 2025 (erneut) Chefredakteur der Titanic. Er gehört seit 2011 fest zur Redaktion und hostet nebenbei Podcasts, in denen er alte Titanic-Ausgaben analysiert oder kuriose Bücherfunde bespricht.
Viel Spaß beim Hören! 🎧 – Und immer daran denken: PRINT IS NOT DEAD! 📰
Transkript anzeigen
00:00:02: Ja, rein, wenn's kein Schneider ist.
00:00:05: Alter, was ist das denn für'n Spruch?
00:00:07: Das war kein
00:00:07: Spruch?
00:00:07: Ja, langweilig.
00:00:09: Langweilig, das haben wir früher mal gemacht.
00:00:10: Jetzt, sagen wir nicht so, humorlos wieder
00:00:12: hier.
00:00:12: Ja, kein Schneider ist.
00:00:13: Ja, komm.
00:00:14: Was ist denn los mit dir?
00:00:15: Du siehst schon wieder aus.
00:00:16: Was, also, was heißt schon wieder schon wieder?
00:00:19: Schon wieder, schon wieder.
00:00:20: Ja, du siehst müde aus.
00:00:21: Was ist denn los mit dir?
00:00:22: Schädig-Billy offline oder was?
00:00:23: Musst du alleine arbeiten?
00:00:25: Ich ... Ich
00:00:26: würde mal auf die Uhr gucken, wie viele Sekunden ich gerade in diesem Raum bin.
00:00:28: Und das ist schon wieder eine Hast-Hirate nach der nächsten.
00:00:31: Das ist keine Hast.
00:00:33: Also voll.
00:00:33: Das ist Humor.
00:00:34: Ich würde sogar
00:00:35: fast sagen, das hat einen satirischen Ansatz schon.
00:00:38: Ein satirischen
00:00:39: Ansatz hat das.
00:00:40: Seit wann beschäftigst du dich denn mit Satire?
00:00:42: Immer
00:00:42: schon.
00:00:43: Aber ich würde sagen, neunzig Prozent der Mitarbeiter in einem Unternehmen hier verstehen deine Satire, glaube ich nicht.
00:00:48: Die empfinden das einfach als
00:00:49: Beleidigung.
00:00:50: Das ist ja Humor mit einem etwas höheren Anspruch, würde ich sagen.
00:00:53: Was
00:00:53: macht durch den Satire, was macht das für dich aus?
00:00:56: Das geht dich gar nichts an.
00:00:58: Ja, wie das geht nicht gar nichts an.
00:00:59: Aber
00:00:59: weißt du, wir machen das mal folgendermaßen.
00:01:00: Wir können ja mal trennen mal.
00:01:01: Wann erkämmt man einen Mann der Reisender beleidigt und wann macht er den Satire?
00:01:05: Oder ist das nur dieser Deckmantel, um andere Menschen zu beleiden?
00:01:07: Das ist
00:01:07: einfach, ich beleidige
00:01:08: nämlich gar nicht.
00:01:09: Satire beleidigt nämlich nicht.
00:01:10: Siehst du, verstehst du mich alles gar nicht.
00:01:12: Sollte mal jemanden vorstellen, der das mal erklärt, den Unterschied zwischen beleidigen oder Comedy und Satire?
00:01:20: Ja, deine großen Augen wieder, guck mich wieder an, wieder völlig sinnbefreit.
00:01:24: Ich mach das mal.
00:01:25: Leg dich mal hin, kümmer du dich an mein ChatGBT und ich
00:01:28: mach das.
00:01:35: Tschüss!
00:01:41: An den Mikrofonen sitzen die ausgewiesenen Vertriebsexperten und selbsternannten Printliebhaber Mark Oliver Bender und Carsten Reisner.
00:01:51: Zusammen diskutieren sie kontrovers über Aktuelles aus der Welt der Medien.
00:01:57: Immer
00:01:57: wenn sie sich nicht einigen können, laden sie Experten zum Interview ein.
00:02:02: Freut euch jetzt auf die neue Folge und begleitet uns hinter die Kulisse der Medienbranche.
00:02:09: Am Ende geht für beide immer.
00:02:11: Print is not dead.
00:02:14: Wo die Grenzen der Satire verlaufen in Deutschland, das entscheiden immer noch wir von der Titanic und nicht der DFB.
00:02:21: Das, lieber Hörerinnen und Hörer, ist ein Zitat von Martin Sonneborn und was es damit auf sich hat, das werden wir dann später klären.
00:02:29: Ich begrüße euch alle, ich begrüße Marc, ich begrüße unseren Gast.
00:02:33: Mir ging über, sitzt wie immer der wunderbare Marc Oliver Bender.
00:02:39: Wie geht's dir, Marc?
00:02:40: Super.
00:02:41: Ich bin total gespannt auf unseren heutigen Gast.
00:02:46: Cooles
00:02:46: Thema.
00:02:48: Kommen wir ja später noch zu.
00:02:49: Deswegen will ich gar nicht vorgreifen.
00:02:51: Aber gab einen Vorfall, der hat mich als Kind geprägt.
00:02:55: Den kann ich mich genauso gut erinnern wie an dem Auffall.
00:02:58: Hat das was mit Buntstiffen zu tun?
00:03:00: Ja,
00:03:00: ein kleines Sneak-Video.
00:03:01: Möglicherweise hat das auch was mit Buntstiffen
00:03:03: zu
00:03:03: tun.
00:03:03: Dann haben wir schon zwei kleine Happen, die ihr später dann zurücknehmen dürft.
00:03:09: Aber Marc, begrüßen wir mal unseren Gast.
00:03:10: Ich habe dir gesagt, ich kenne jemanden.
00:03:12: Kennst du es ja?
00:03:13: Ich kenne wieder jemanden, der uns da so ein bisschen aus der Patsche hilft.
00:03:16: Dein Netzwerk ist weltberühmt.
00:03:18: Ja.
00:03:19: Lieber Thorsten, herzlich willkommen.
00:03:20: Bei uns zu Gast ist Thorsten Geitsch, der aktuelle, muss man sagen, Chefredakteur der Titanic.
00:03:26: Hallo.
00:03:28: Schön, dass du da bist, Thorsten.
00:03:29: Wir freuen uns.
00:03:30: Ja, danke für
00:03:30: die Zeit.
00:03:30: Titanic.
00:03:31: Titanic ist ja so ein Ding.
00:03:32: Bei Marc ist es wahrscheinlich ähnlich.
00:03:33: Das begleitet mich ja schon fast mein ganzes Leben.
00:03:35: Ich bin ja älter als die Titanic.
00:03:37: Titanic gegründet, Thorsten, neunzehn.
00:03:39: Neunundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund ersten Titanic-Heftfolge, alles bei sich im Keller, Zonengabi, Baschel, die Helmholt-Kohl-Ausgaben, alles da.
00:04:01: Wollte ich ihm abschwatzen, für heute hat er mich nicht rausgerückt.
00:04:05: Keine Vertrauen,
00:04:05: kluge Entscheidung.
00:04:08: Immerhin sind einige dieser alten Ausgaben vergriffen oder verboten.
00:04:13: Stimmt.
00:04:14: Auf legalem Wege, über unseren Shop etwa, gar nicht mehr ran.
00:04:17: Siehst du?
00:04:18: Deswegen, das soll er mal schön in Ehren halten.
00:04:20: Ja, das wird er tun.
00:04:21: Also, ich grüß dich.
00:04:22: Jens.
00:04:24: So, gut, ich erzähle zu viel von mir.
00:04:26: Ist das dein Bruder?
00:04:26: Wichtiger ist ja, das ist mein Bruder.
00:04:27: Wichtiger ist ja unser Gast.
00:04:29: Ja, bitte verstehen.
00:04:30: Thorsten, also wir haben gesagt, schön, dass du da bist.
00:04:32: Du bist Chefrelektör der Titanic.
00:04:34: Bevor wir über die Titanic sprechen, über den satirischen Anspruch, über den DFB und so weiter und so fort, die ganzen schönen Geschichten von der Titanic und natürlich das, was ihr noch vorhabt, erzähle doch erstmal ganz kurz was zu dir, Thorsten.
00:04:46: Oh, kommst du her?
00:04:47: Wer bist du?
00:04:48: Was machst du?
00:04:50: Ja.
00:04:50: Stimmt, das stand auf dem Leitfaden.
00:04:52: Ihr habt mir ja so ein prima Leitfaden vorab zukommen lassen.
00:04:56: Aber da habe ich nur kurz darauf geschaut, wenn ich möchte ja, dass das hier alles sehr spontan wird.
00:05:01: So ist es.
00:05:02: Deswegen habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht.
00:05:04: Wer bin ich?
00:05:05: Ja, ich bin seit August.
00:05:07: Zweitausendfünfzwanzig Chefredakteur.
00:05:10: Bin aber schon seit Zweitausend elf in der Titanic Redaktion bzw.
00:05:17: Als Praktikant habe ich im Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr geholt.
00:05:46: Dann waren deine Witze doch nicht so vielleicht.
00:05:48: Ich weiß nicht, offenbar ging's nicht ohne mich.
00:05:50: Wir haben ja auch ein Nachwuchsproblem, deswegen der Aufruf nach draußen.
00:05:54: Bitte bewerbt euch alle bei Titanic.
00:05:57: Wir suchen junge Leute, damit diese alten Säcke, wie ich, nicht noch in dreißig Jahren dort sitzen müssen.
00:06:03: Und schlechte Witze machen.
00:06:04: Ja, genau.
00:06:05: Oder eben die Alten zum dritten Mal aufgekocht.
00:06:09: Also ja, und seit Anfang, zwanzig, bin ich dann wieder in der Redaktion.
00:06:14: Ja, du bist
00:06:16: Sprachwissenschaftler.
00:06:17: Das stimmt, das war mein früheres Leben.
00:06:19: Ich habe das studiert.
00:06:21: Hilft das beim Schreiben von satirischen Witzen?
00:06:26: Nein,
00:06:27: gar nicht.
00:06:28: Na ja, gut, ich sage mal so, also wenn man beruflich Texte verfasst, dann hilft es ja auch, wenn man ein bisschen Ahnung von Sprache hat.
00:06:36: Insofern, ja okay, das befruchtet einander ein bisschen und man... Beziehungsweise beschäftigt sich auch mehr mit Sprache, wenn man liest und schreibt.
00:06:47: Ja, also es ist jetzt nicht gänzlich hinterlich gewesen.
00:06:50: Okay.
00:06:50: Und dass du jetzt hier heute in einem Mikrofon sprichst, ist auch nicht neu.
00:06:54: Ihr macht bei der Titanic einen Podcast, einen coolen Podcast mit einem Kollegen von dir.
00:06:57: Das
00:06:57: stimmt.
00:06:58: Aber du machst auch noch privaten Podcasts, hast du eben kurz erzählt.
00:07:01: Und das fand ich spannend.
00:07:02: Magst du da noch was dazu zu erzählen?
00:07:04: Genau.
00:07:04: Ah, schön.
00:07:05: Die Werbestrecke.
00:07:06: Bitte nicht rausschneiden.
00:07:07: Ich werde dich die Werbetrommel rühren.
00:07:09: Also, es gibt den... Das
00:07:10: ist bezahlt.
00:07:11: Ach, genau.
00:07:13: Unsere erste Bezahlung.
00:07:14: Also, ich bin euer Sponsor
00:07:16: und
00:07:16: ich habe auch so ein paar Fitness-Drink-Mischungen mitgebracht.
00:07:21: Und ein Kissen-Abo, kann ich euch ersetzen?
00:07:24: Nein.
00:07:24: Also, jeden Freitag erscheint, Titanic war früher.
00:07:28: Punkt, Punkt, Punkt, Fragezeichen.
00:07:29: Das ist ein Retro.
00:07:31: Beziehungsweise reread Podcast, den ich mit dem ehemaligen Chefredakteur Tim Wolf mache, der jetzt Titanic herausgeber ist.
00:07:40: Und da steigen wir immer ins Titanic-Archiv hinab und ziehen eine alte Ausgabe hervor.
00:07:46: Und dann stellt er eine dem anderen einen Artikel vor und wir lesen den dann und fragen uns, ja, war Titanic früher besser oder schlechter oder anders?
00:07:55: Und das ist immer eine schöne Zeitreise.
00:07:58: Ja.
00:07:59: Kann ich nur empfehlen.
00:07:59: und mein privater Podcast, der findet noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
00:08:05: Den mache ich mit einem Blue Sky und Internetmenschen zusammen und der Podcast heißt Seidne Straße.
00:08:13: Da geht es um offene Bücherschränke.
00:08:16: Ihr kennt offene Bücherschränke, das gibt es ja auch in München.
00:08:19: Also so ausrangierte Telefonzellen oder selbst gebastelte.
00:08:23: Schränke, wo die Leute alte Bücher reinstellen.
00:08:26: Da kann man sich die kostenlos rausnehmen, stellt selbst was rein und so weiter.
00:08:29: Und dann besteht der Podcast-Inhalt darin, dass wir einander einen Bücherschrankfund vorstellen.
00:08:39: Da zieht man manchmal wirklich kuriosen Perlen raus.
00:08:44: Genau, seine Straße.
00:08:46: Ja, die gibt's ja wirklich fast.
00:08:49: Also ich seh sie relativ häufig.
00:08:51: Und meine Geschichte zum Bücherschrank erzähle ich nicht.
00:08:53: Wurde eben schon abgewiegelt, mache ich nicht.
00:08:55: Aber der Witz, gehen wir mal zum Witz zurück.
00:08:58: Über den Martin Sonnenborn habe ich gelesen.
00:09:01: Und ich hab's gehört.
00:09:03: Ihm wurde als Kind schon bescheinigt, sich sehr für Witz zu interessieren.
00:09:05: Ich glaub, der hat aus einer Back-up-Zeitschrift die Witze rausgeschnitten und die seinem Umfeld immer wieder vorgetragen.
00:09:12: Hast du sowas ähnliches?
00:09:13: Also ... Kannst du es festmachen?
00:09:15: an irgendeine Aktion oder an irgendeine Erinnerung, ist der Witz in die Wiege gelegt?
00:09:22: Nö, würde
00:09:23: ich nicht sagen.
00:09:23: Also natürlich, ach ja, das übliche geschaut als Kind und gelesen, was irgendwie allen begegnet ist, aber ach, dass ich mich aktiv entschieden habe, Witze zu produzieren, ist eigentlich nicht vorgekommen.
00:09:41: Kann ich mich zumindest nicht dran erinnern?
00:09:42: Also ich
00:09:42: kann mich zumindest dran erinnern, dann kann ich früher... In der Endloschleife hatte mein Opa nämlich Kassetten von Phyps Asmos.
00:09:49: Oha.
00:09:50: Ja.
00:09:51: Eigentlich waren ja meine Alter, also viel habe ich gar nicht verstanden, weil meine Alter gar nicht angemessen waren.
00:09:55: Die habe ich mir mal heimlich genommen in Kassetten und ich konnte wirklich zwei Kassetten lang komplett alle Witze... nach erzählen und das war dann immer wirklich sehr nett auf den Geburtstagen dann meiner Großmutter mich dann angefangen habe da Witze zu erzählen, ich habe sie gar nicht selber verstanden.
00:10:08: Aber alle anderen haben gelacht und das fand ich eigentlich ganz gut.
00:10:10: Aber ich glaube viele Witze von Phipps Asmussen sind auch nicht gut gealtert, oder?
00:10:14: Wenn man ganz ehrlich ist.
00:10:15: Nee,
00:10:17: ich meine das ist ja sowieso was ganz anderes als das was Dietanik gemacht
00:10:20: hat.
00:10:20: Das stimmt.
00:10:21: Das war trotzdem... Irgendwie einzigartig, also so ein Alleinstellungsmerkmal hat ja heute niemand mehr, oder?
00:10:28: Also wirklich ein reiner Witz
00:10:31: erzähle,
00:10:32: also ein Comedy-Programm, das nur aus dem Abfeuern von Witzen versteht.
00:10:37: Das ist eine hohe Kunst, also ich meine das jetzt ganz unionisch, der Mann hat ja noch mit achtzig auf der Bühne gestanden und diese Gags abgefeuert und dann sind vier von fünf wirklich so Uff-Witze vom Stammtisch, aber dann ist immer mal wieder ein guter dabei.
00:10:53: Scheißegal, er feuert die da raus.
00:10:55: Stimmt, das war eigentlich nur darum.
00:10:58: Aber
00:10:59: auch mein erstes Mal machen.
00:11:00: Genau,
00:11:00: und auch nicht so, dass das so so abgehackte Witz nacheinander, sondern er hat schon geschafft daraus irgendwie Stories zu machen und das miteinander zu verbinden und noch immer wieder das Publikum.
00:11:09: Das
00:11:10: hat er eben auch gut gemacht.
00:11:12: Diese Geste, so die mit den Fingern, so die Paunkte rauskitzeln.
00:11:15: Kinder, Kinder, Mensch.
00:11:16: Ja,
00:11:18: ist ja cool.
00:11:18: Also du kennst offensichtlich, wie du sagst, umso merk ich ja gerade.
00:11:21: Ja, so guck mal.
00:11:22: Du
00:11:23: hast keinen Kassett gemacht.
00:11:24: Ja, ja, ich
00:11:25: bin ja auch ein Kind der Achtziger und Neunziger.
00:11:28: Und in jedem deutschen Haushalt gab es irgendwie
00:11:31: einen
00:11:31: Kassett.
00:11:32: Und
00:11:32: Otto Walke ist wahrscheinlich.
00:11:33: Ja, Autofilme waren jetzt auch wieder vor Kurzem.
00:11:36: Und ich teilweise nicht
00:11:37: gut.
00:11:37: Nee, da kann ich auch nicht mehr drüber lachen.
00:11:39: Aber Otto hat halt auch wieder damals einen eigenen.
00:11:41: Ja, Otto ist ein großer.
00:11:42: Im Otto haben wir uns nicht lustig.
00:11:43: Otto ist ein großer.
00:11:44: Da besteht ja immerhin die direkte Titanic-Verbindung.
00:11:47: Zu Ottowakis?
00:11:48: Ja,
00:11:48: so.
00:11:49: Ja, erzähl mal.
00:11:50: Das muss ich den jungen Leuten hier noch erzählen.
00:11:52: Sie sind zum Teil älter, sind das ich?
00:11:54: Ja, nee, also die drei, drei der Heftgründe.
00:12:00: Gerhard Eilert Knor, die waren mit Otto verbandelt und haben ihm Witze geschrieben.
00:12:06: Also waren Otto Autoren und haben auch die Drehbücher für die Ottofilme verfasst.
00:12:10: Ach, krass.
00:12:11: Und da entstand dann so eine Verbindung.
00:12:14: Also zweimal war Ottowakis sogar auf dem Titanic-Titel.
00:12:18: Auch in den Achtzigern ist garantiert in der Sammlung deines Bodes.
00:12:21: Da muss ich
00:12:21: ihn fragen, ja.
00:12:22: Genau.
00:12:22: Jugend, Jugend, dreiundachtzig oder Jugend, vierundachtzig ist ein Titel, wo man den damals auch noch jüngeren Ottomalkes, aber schon nicht mehr Jugendlichen Otto so in verschiedenen Jugendaufmachungen gesehen hat.
00:12:36: Und dann gab es so ein Olympiatitel, wo Otto als Sportler.
00:12:39: ...
00:12:40: zu sehen ist.
00:12:40: Otto als Sportler.
00:12:42: Ja, er spielt Tennis und so.
00:12:43: Tennis spielt er wirklich.
00:12:44: Ja,
00:12:45: Tennis spielt er wirklich.
00:12:46: Das wusste ich nicht.
00:12:47: Und Otto, bis heute, ein Heftfreund.
00:12:49: Er war bei der letzten Buchmesse an unserem Stand.
00:12:52: Und ja, ist uns dadurch aus noch
00:12:54: gewogen.
00:12:55: Ist ja cool.
00:12:55: Das ist echt cool.
00:12:56: Das war mir nicht bewusst.
00:12:58: Schlecht recherchieren.
00:12:58: Schlecht recherchieren, das stimmt.
00:13:01: Was ich noch kenne ist, ihr seid da gegründet worden, neun und siebzig, glaube ich, von ehemaligen Kollegen, der von Pardon.
00:13:07: Genau.
00:13:08: Und da weiß ich, bei der Pardon hat, glaube ich, Lohyo Titelbilder gemacht.
00:13:13: Das meine ich noch zu wissen, aber mit der Toda, das weiß man noch.
00:13:17: Tostmehrer haben ja relativ häufig Menschen, gerade ob finde ich in der Printbranche fällt mir das auf, die früh wussten, was sie machen wollten, also sprich die... auch in Kindstagen schon gerne geschrieben haben und dann entweder bewusst oder unbewusst diesen Weg sehr konsequent verfolgt haben, bis sie dann in einer Redaktion in einem Wolle- und Terriert angekommen sind.
00:13:38: Wie war das bei dir?
00:13:40: Wusstest du auch, dass das mal in diese Richtung gehen wird oder hast du dich so ein bisschen treiben lassen in deinem Leben, also beruflich?
00:13:47: Ich habe mich treiben lassen.
00:13:48: Also ich habe immer gerne geschrieben.
00:13:50: Ich war bei der Schülerzeitung und habe privat so kleinen Quatsch immer mal geschrieben.
00:13:57: Es
00:13:57: ist natürlich eher eine Empfehlung für alle, die das mal professionell machen wollen, einfach schreiben, immer drauf los schreiben, Tagebuch führen, Bloggen oder Microblogging.
00:14:07: Ich weiß nicht, ob Blue Sky auch bei Jugendlichen heute angesagt ist, so wie es Twitter vor ein paar Jahren war oder Facebook früher.
00:14:16: Das sind ja so Übungsplattformen und Gründe, wo man sich austoben kann.
00:14:22: Naja, aber dass ich das mal wirklich hauptberuflich machen würde, war nicht so vorgesehen.
00:14:28: Ich habe dann halt, wie gesagt, irgendwann Sprachwissenschaften studiert, weil mich das interessiert hat und weil ich da irgendwie einen Talent hatte für Sprachen.
00:14:37: War die Zukunft natürlich ungewiss, denn wer Geisteswissenschaften studiert, weiß, der rechnet damit, dass er, keine Ahnung, wer sonst wo landet, also mit nichts rechnet man.
00:14:49: Also ich war ja dann auch wirklich... paar Jahre auch an der Uni und war Lehrbeauftragter und so.
00:14:53: Ich habe mir auch promoviert sogar, um das einfach noch zeitlich hinaus zu zögern.
00:14:59: Das ist auch ein schöner guten Tag dazu machen.
00:15:02: Und war aber nebenher schon freier bei der Titanic.
00:15:06: Also ich habe für Titanic Online so immer mal wieder Beiträge geschrieben und ja, dann waren die offenbar gut genug, dass ich gefragt wurde, hey, willst du mal was Größeres machen oder mal?
00:15:19: in die Redaktion kommen und so, dann hat sich das ergeben.
00:15:22: Ich bin da reingerutscht.
00:15:24: Also war das dann auch ein Zufall, dass du für die Titanic geschrieben hast.
00:15:26: oder war das schon von dir so gezielt gewählt?
00:15:29: Na, da war ich schon Fan von.
00:15:31: Okay.
00:15:31: Es war relativ spät, also ich habe wirklich erst, als ich achtzehn war und siebzehn, achtzehn, da habe ich so die Hefte entdeckt, weil sie in unserer Bibliothek rumstanden.
00:15:41: Also natürlich war mir die Titanic mit Begriff, aber... Ich hab das jetzt nie aktiv gesucht.
00:15:46: Und dann fing ich an, Leser zu werden und Fan zu werden.
00:15:49: Und dann dachte ich, naja, was man gut findet, das will man irgendwie imitieren oder auch machen.
00:15:55: Ja.
00:15:55: Was war das dann für ein Gefühl, als als Fan tatsächlich zugehörig warst, diese Redaktion?
00:16:01: Das war schon toll.
00:16:03: Ja, das kann ich mir vorstellen.
00:16:05: Das
00:16:06: klingt jetzt sehr romantisiert, aber war's auch.
00:16:09: Also das war so ein richtiger Fanboy im Moment.
00:16:12: Irre, surreal.
00:16:14: unwirklich ein kleiner Traum.
00:16:17: Ja, das glaube ich.
00:16:18: Ich hatte ja, kann ich erzählen, die große Ehre tatsächlich letztes Jahr mal bei euch in der Redaktion zu sein.
00:16:23: Und das war auch so ein Moment, wo ich da so, wow, irgendwie, das ist schon cool, mal zu sehen, wie das da aussieht und wieder gearbeitet wird.
00:16:31: Ja,
00:16:31: überhaupt diese ganzen Menschen, also Titanic ist ja schon in der Art und Weise speziell, als die Redaktion ja irgendwie immer nach außen auch.
00:16:43: tritt in den Beiträgen, also es gibt ja Fotoromane mit denen und Fotostories und also wir machen uns ja regelmäßig zum Affen und werden dadurch auch zu Freunden der Leserschaft und also wir sind dann irgendwie Figuren und also man kannte dann schon irgendwie Tom Hintner als wiederkehrende Figur und die dann live zu sehen, das ist immer wirklich ein magischer
00:17:04: Moment.
00:17:06: Ich habe in dem Zusammenhang gelernt, dass ihr in der Chefredaktion relativ häufig wechselt und ihr sag mal so aus der Redaktion heraus dann einfach einen Chefredakteur bestimmt.
00:17:15: Genau, wir ziehen Strohhalme und wer den kürzesten wischt, muss den Mist machen.
00:17:23: Und das heißt, du hast dieses Mal den Kürzerin gezogen?
00:17:26: Ja, den schwarzen Peter.
00:17:27: Ja, also man kann natürlich immer noch sagen, nein, ich mach's nicht.
00:17:31: Na, das mach ich, das kann man ja nicht tun, oder?
00:17:33: Gab's das schon mal?
00:17:35: Also es wurde schon oft diskutiert oder beziehungsweise gefragt, na willst du es nicht machen?
00:17:42: Also Reisen tut sich wirklich niemand drum.
00:17:44: Warum?
00:17:46: Denn
00:17:47: noch mehr Arbeit als ohne Hinschrum.
00:17:48: Auf jeden
00:17:49: Fall.
00:17:49: Da kommen eben zum kreativen Zeug, dass man wirklich gerne macht, kommen dann die üblichen.
00:17:57: ...administrativen Aufgaben.
00:17:59: Die geliebten Aufgaben.
00:18:00: Ja, und dann
00:18:00: fühlt sich das wie ein richtiger Job an, das will man ja
00:18:03: nicht.
00:18:04: Aber natürlich mache ich es trotzdem gerne und ich habe ja letztlich auch ja gesagt.
00:18:09: Und irgendwann werde ich auch sagen, jetzt geht der Kelch zu jemand anderem, denn ... ... du hast ja gesagt, wir wechseln die doch öfter aus, ich habe Redaktion, denn ... ... so hält man sich irgendwie jung.
00:18:22: Das ist schon wichtig.
00:18:23: Das heißt, die nächsten Strohhalme ... Du entscheidest, wann die gezogen werden oder gibt's da so einen zeitlichen Rhythmus?
00:18:30: Also meistens ist das so ein fünf-Jahres-Tonus.
00:18:33: Aber
00:18:34: alles muss nichts kann.
00:18:35: Okay.
00:18:37: Mal sehen, wie bis der Burnout...
00:18:43: Jetzt Thorsten... Für alle, die da draußen die Titanic gar nicht kennen.
00:18:47: Ich vermute mal, es werden sehr wenig.
00:18:48: Das werden sehr wenig sein.
00:18:49: Dass
00:18:49: die bis jetzt noch zugehört haben.
00:18:51: Ja, das ist
00:18:51: ein rechtlich
00:18:52: spätfeld.
00:18:52: Ja, das
00:18:53: stimmt.
00:18:54: Aber versuch doch mal zu erklären, was ist die Titanic für jemanden, der die Titanic nicht kennt?
00:19:01: Also, es steht ja immer vorne drauf das endgültige Satire-Magazin.
00:19:05: Also, es ist ein satirisches Magazin und ein Magazin mit Satire, aber auch die Satire eines Magazins.
00:19:12: Also irgendwie schon ein... Ein Meter Medium, also wir parodieren sehr oft andere Magazine, andere Formen, Allgemein und Genres.
00:19:23: Das heißt, also man muss irgendwie schon andere Zeitschriften oder Medien schon mal konsumiert haben, um es vollständig genießen zu können.
00:19:34: Und ich sage auch immer so als Faustregel, man braucht eigentlich mindestens drei Hefte, um überhaupt reinzukommen, also der Einstieg.
00:19:42: Er gibt sich nicht zwangsläufig und wird ein bisschen schwer gemacht.
00:19:47: Man muss sich darauf einlassen und ein bisschen Mühe geben.
00:19:52: Ja, aber das ist so schön.
00:19:54: Das Gleichförmige will man doch auch gar nicht.
00:19:56: Das will
00:19:56: man gar
00:19:56: nicht.
00:19:57: Absolut.
00:19:58: Das ist der Reiz davon.
00:19:59: Als ich angefangen habe, Titanic zu lesen, habe ich wirklich ein Viertel einfach nicht verstanden.
00:20:03: Das war rätselhaft.
00:20:05: Aber deswegen auch.
00:20:07: Das packt dann dann aber auch.
00:20:09: Ja, zum aktuellen.
00:20:11: noch aktuellen Titel der Titanic.
00:20:14: Richtig Lüften.
00:20:15: Beschreib doch mal.
00:20:16: Ja, ich beschreib's,
00:20:17: Marc.
00:20:18: Danke für den Hinweis.
00:20:18: Wir sind kein Videopodcast.
00:20:20: Ich
00:20:20: wollte es dir noch mal sagen.
00:20:21: Ja, das
00:20:21: ist nett von dir.
00:20:23: Wir werden das Cover auch noch mal auf unserer Interseite und bei LinkedIn für euch zeigen.
00:20:29: Also man sieht eine Szene.
00:20:31: Sex würde ich vermuten.
00:20:33: Zwei Hände, die an einer Scheibe kleben und die Scheibe ist beschlagen.
00:20:40: Dort runter steht... Nur richtig lüften, sonst gar nichts.
00:20:43: Keine anderen Schlagzeilen, keine, gar nichts.
00:20:45: Erinnert ein bisschen, die Kollegin hat mir draufgebracht an, ich glaub, an den Film-Titanik.
00:20:50: Ist es das tatsächlich?
00:20:52: Das ist nicht das gleiche Bild.
00:20:53: Nein, das ist ein Stockfoto.
00:20:55: Aber so was Ähnliches kommt da in den Film vor.
00:20:59: Okay.
00:21:00: Und ich geb es jetzt ganz ehrlich zu.
00:21:01: Ich hab lange geredet.
00:21:02: Ich hab natürlich so die eine oder andere Theorie.
00:21:04: Warum?
00:21:05: Das Cover mit der Zeile richtig lüften.
00:21:09: Ja.
00:21:10: Warum nicht?
00:21:14: Wie kamt ihr drauf?
00:21:15: Warum und was wollt ihr damit aussagen?
00:21:18: Es gab in dem Monat, wie immer, zahlreiche Vorschläge.
00:21:21: Vieles zur Weltpolitik, die sich ja im Tagesrhythmus ändert.
00:21:28: Und der Kollege Leo Riegel legte dann diesen Vorschlag auf den Tisch.
00:21:33: Richtig lüften, steht er halt.
00:21:36: Ja, das stimmt.
00:21:37: Dann haben wir überlegt, brauchst du noch eine Oberzeile?
00:21:40: Also fast immer haben wir noch eine Oberzeile, eine Hauptzeile.
00:21:43: Und wir dachten, nee, wir lassen es mal so.
00:21:46: Zwei Wörter nur auf dem Titel, das hatten wir, glaube ich, noch nie.
00:21:51: Nein, stimmt nicht.
00:21:52: Es gab schon Titel ohne jegliche Wörter.
00:21:54: Aber ja, darum geht es ja auch.
00:21:58: Wenn man lüftet, dann beschlägt die Scheibe nicht.
00:22:04: Das
00:22:04: ist ein stiller Titel.
00:22:05: Aber ich kann auch verraten, dass der selbst intern umstritten ist.
00:22:09: Also da haben wir von ehemaligen Herausgebern gehört, dass da geschimpft wurde.
00:22:14: und was soll denn der Scheiß?
00:22:16: Aber dann habt ihr es ja eigentlich richtig gemacht, oder?
00:22:19: Das
00:22:21: ist so ein Titel, entweder gefällt er den Leuten oder die stehen völlig ratlos davor.
00:22:26: Es gab auch mal in den frühen Nullerjahren den Titel Lecker und Gesund Schweinebraten mit Soße.
00:22:32: Und das ist ein Schweinebraten mit Soße drauf.
00:22:35: Da
00:22:38: gibt's das Gerücht, dass das der schlecht verkaufte, schlechtest verkaufte Titel aller Zeiten sein soll.
00:22:43: Ja, das kann schon passieren.
00:22:44: Ich weiß es nicht.
00:22:45: Aber der hier mit richtig Lüften verkauft sich gut.
00:22:47: Der war eher von ein paar Tagen ausverkauft.
00:22:49: Wir müssen jetzt nachdrucken lassen.
00:22:51: Also das gab's sehr lange nicht.
00:22:54: Mag am Weihnachtsgeschäft liegen, was sowieso immer ein bisschen besser läuft, aber irgendwie...
00:23:00: Oder die Menschen dachten tatsächlich, ihnen wird drin erklärt, wie sie zu Hause richtig lüften müssen.
00:23:05: Das wäre natürlich ... Das ist ja schon ein
00:23:06: Thema, wobei die Deutschen sind der gute ... Die Deutschen sind der gute Lüfter.
00:23:10: Ja.
00:23:11: Ja?
00:23:12: Ja, danke.
00:23:12: Denn im Heft selbst geht's natürlich überhaupt nicht ums Lüfter.
00:23:15: Ich weiß, das hab ich auch aufgestellt.
00:23:18: Zur ... Titanic.
00:23:20: Ein bisschen hast du es ja schon beschrieben, aber vielleicht ... Also, wie ihr euch organisiert, sprich, einer zieht den Kürzesten, dann muss die Chefredaktion machen.
00:23:28: Aber wie dürfen wir uns das Redaktionsleben bei euch überdies hinaus so ein bisschen vorstellen?
00:23:32: Ja, wie ... definiert die Themen, also ich glaube für Satire Magazin können sich ja vor Themen eigentlich gar nicht wehren, die momentan so weltpolitisch alle auf den Teller hopfen, aber dann immer noch die rauszusuchen, die sich ja gut verarbeiten lassen.
00:23:45: Wie muss man sich so einen klassischen Redaktionszyklus jetzt von der thematischen Seite her bei euch in der Redaktion vorstellen, bevor das neue Heft
00:23:54: kommt?
00:23:55: Also wir arbeiten so in drei in drei Produktionswochen oder sagen wir dreieinhalb.
00:24:01: also die letzte halbe Woche ist dann wirklich nur noch die das was wir immer noch intern blau pausen nennen also die Druckfahren erstellen und letztes letzte Korrektur durchläufe und das Elite schreiben.
00:24:14: aber davor geht es um Themen.
00:24:17: also es beginnt mit der Themenfindung in der ersten Woche.
00:24:21: da ja durchforsten wir unsere Zeitungen und lesen im Internet was gerade so los ist.
00:24:28: Schreiben das auf und machen uns dann in der zweiten Woche Gedanken, was davon jetzt für einen Aufmacher taugt und was für kleinere Artikel was hergibt.
00:24:39: Ja, wie ihr schon sagtet, also die Themenlage gibt viel her, aber eigentlich zu viel.
00:24:44: Also frustriert uns gerade jetzt, während wir das hier aufnehmen.
00:24:49: Geht's um Grönland und nichts anderes und
00:24:52: auch
00:24:53: war das gestern schon wieder eine andere Lage als heute.
00:24:56: Wenn wir jetzt gezogen würden, einen Aufmacher über Grönland zu machen, wäre es schwierig, in welche Stoßrichtung, also welche Stoßrichtung soll das haben.
00:25:04: Ja, aber irgendwie entsteht dann immer ein Aufmacher, also das ist der erste große Artikel im Heft, der dann so mindestens fünf Seiten bekommt und daran sitzen dann auch mehrere Leute, die den schreiben.
00:25:17: Das ist manchmal eine bunte Strecke zu einem Thema oder eine Aktion, eine Telefonaktion oder ein Foto Roman.
00:25:24: Das ist dieses schöne alte Genre.
00:25:27: Bedienen wir ja immer noch, dem die Bravo und so was nicht mehr machen.
00:25:31: Foto-Romane, ja.
00:25:33: Also Agentur-Fotos oder selbstgeschossene Fotos mit Sprechblasen.
00:25:37: Ja, und der Rest wird dann so verteilt.
00:25:40: Also ich habe mich irgendwie jetzt darauf schon seit einigen Jahren fabriziert, sehr ranständige Themen.
00:25:46: rauszusuchen, das mache ich sehr gerne und habe zum Beispiel im nächsten App etwas über das fünftigjährige Jubiläum die Lokalgemeinschaft zur Bekämpfung der Mückenplage.
00:26:00: So was gibt es.
00:26:01: Lokal Arbeitsgemeinschaft, also Südwestdeutschland hat er so vor fünfzig Jahren so ein Verein gegründet und der einzige Ziel ist es Mücken zu bekämpfen.
00:26:12: und da habe ich einfach mal die Festrede geschrieben.
00:26:14: Das hat viel Spaß gemacht.
00:26:16: Das
00:26:17: kann ich mir vorstellen.
00:26:19: Von Politik bin ich zunehmend genervt.
00:26:21: Da möchte ich mich eigentlich gar nicht mehr so mit befassen.
00:26:23: Aber das machen dann die anderen.
00:26:25: Beziehungsweise ergibt sich so ein Zusammenspiel.
00:26:28: Da bin ich froh, dass auch die Außenseite-Themen und wirklich die Nischen-Syges einen Platz haben in Titanic.
00:26:37: Das gibt es eben auch in kaum einem anderen Medium.
00:26:41: Gute Steilvorlage.
00:26:42: ... wenn wir mal auf den Webbewerb schauen, ... ... ihr seid jetzt auch nicht die einzige Satire ... ... Zeitschrift am Markt, ... ... jetzt ist gerade der Postillon, ... ... erst mal als Print erschienen, ... ... oder dann gibt es glaube ich den Eulenspiegel noch, ... ... pardon, gibt es glaube ich nicht mehr gedruckt, ... ... so
00:26:58: was ich weiß,
00:26:59: ... ... gibt es eine Abgrenzung, wo er sagt, ... ... naja, wir sind schon noch ein bisschen anders als die, ... ... oder wie schaut man da auch auf andere?
00:27:06: Ja, wir beobachten einander natürlich, ... ... also man nimmt sich wahr, aber wir ... Sagen weder wir müssen jetzt genauso sein, wie die, damit wir erfolgreich sind.
00:27:18: Also mal vorausgesetzt, dass Post-Jung und Eulenspiegel erfolgreicher sind als Titanic.
00:27:24: Ich weiß es nicht.
00:27:26: Man macht natürlich da ein Geheimnis draus und wie erfolgreich man ist.
00:27:30: Weder sagen wir, wir müssen jetzt unbedingt was, was komplett anderes machen.
00:27:35: Ja, das heißt nicht, wenn jetzt der Eulenspiegel etwas über Markus Söder das letzte Instagram-Eskapaden gemacht hat, das für uns das Thema damit erledigt ist.
00:27:46: Also das ist eine Art freundlicher Wettbewerb.
00:27:50: Natürlich stellen wir uns immer die Frage, was kann nur Titanic?
00:27:53: Und das kann man jetzt auch nicht so in einem Satz definieren, aber das weiß man dann irgendwie selbst, wenn man ein paar Tage, ein paar Jahre in der Redaktion gearbeitet hat.
00:28:01: Das kann nur Titanic.
00:28:03: Das ist auch ein gutes Stich von Marc.
00:28:05: Das kann nur Titanic.
00:28:06: Schauen wir doch mal drauf, was die Titanic kann.
00:28:09: Wir haben im Vorgespräch schon gesagt, wir wollen jetzt natürlich auch nicht zu sehr in der Vergangenheit wühlen, aber es gibt dann da schon so ein, zwei Stories.
00:28:16: Ich glaube, da kommen wir heute nicht dran vorbei.
00:28:18: Eingangs haben wir schon diese Zitat von Martin Sonneborn gebracht.
00:28:21: Ich glaube, das war so wahrscheinlich mit eines der größten Stories der Titanic.
00:28:27: Ich will es gar nicht groß zusammenfassen.
00:28:28: Es kann da zu besser was zu sagen.
00:28:30: Da geht es um die Fußball-Weltmasterschaft.
00:28:34: Wie Deutschland dazu gekommen ist, dass wir den Zuschlag der FIFA bekommen
00:28:38: haben.
00:28:39: Das ist natürlich schon sehr lange her.
00:28:41: Im Jahr zweitausend war es.
00:28:43: Im Sommer zweitausend sollte ausgelost werden, wer den Zuschlag für zwei tausend sechs bekommt.
00:28:50: Und da hat sich das Komitee getroffen in ... War das in Neuseeland oder war es in ... Das weiß
00:28:55: ich nicht mehr.
00:28:55: Ich
00:28:55: weiß nicht.
00:28:56: Also jedenfalls standen die Zeichen ... Auf Südafrika,
00:28:59: also ich glaube,
00:29:00: die meisten sollten, erst gab es natürlich interne Absprachen schon.
00:29:04: Nein, oder?
00:29:05: Ich weiß nicht, der Wind wehte schon in die Richtung, man möchte Südafrika zum Austräger machen.
00:29:13: Und dann hat die Redaktion entschieden, wir wollen die Waage ein bisschen in Richtung Deutschland bewegen.
00:29:23: Und davon fachse geschickt an.
00:29:28: das Hotel wo die, wo das Komitee gerade zu Gast war, logierte, sehr schlecht gemachte Bestechungsfakse.
00:29:37: Also in schlechten Englisch, wenn ihr für Deutschland stimmt, dann erhaltet ihr diese wunderschöne Kuh-Kuh-Klock und einen Präsentkorb mit Schwarzwälderschinken und so.
00:29:51: Absurd.
00:29:52: Ja, diese Fakse wurden dann wohl tatsächlich von... irgendein Hotelmitarbeiter unter die Zimmertüren durchgeschoben und der bis dahin noch schwankende neuseeländische Vertreter, der ist dann wohl umgekippt.
00:30:05: Also das war die eine Stimme, die den Ausschlag für Deutschland gegeben
00:30:08: hat.
00:30:09: Der hat sich dann enthalten, so was ich weiß.
00:30:10: Oder
00:30:10: sowas, genau.
00:30:11: Und damit stammt, stimmt.
00:30:12: Sonst hätte, ja,
00:30:13: richtig genau.
00:30:14: Und dann stand es zwölf zu elf
00:30:15: für Deutschland.
00:30:16: Du sagst es richtig.
00:30:17: Also hätte er sich nicht enthalten, bzw.
00:30:20: hätte er sich enthalten, wäre es Gleichstand gewesen, dann wäre mein Wohl auf Südafrika gegangen.
00:30:26: Und so war aber Deutschland mit einem Punkt vorhin.
00:30:30: Und das hat den, habe ich die Komitee gesagt, die weiß das, die FIFA.
00:30:35: Also das hat ja FIFA nicht gefallen.
00:30:37: Nee, offensichtlich nicht.
00:30:38: Ich glaube, das ging richtig ab dann im Nachgang.
00:30:41: Also da musste Martin Sonneborn einen Vertrag unterzeichnen, dass er derartige Aktion nie wieder wiederholt, sonst würde es fünfhundert... glaube ich, fünfhundert Millionen.
00:30:52: Also zumindest irgendwie viel
00:30:53: Geld auf
00:30:54: den Zettel.
00:30:54: Einen sechsstelligen Dollar-Betrag kosten.
00:30:57: Ja.
00:30:58: Und das haben wir natürlich gerne unterschrieben, denn man macht den selben Witz nicht zweimal.
00:31:02: Es war ja erfolgreich abgelaufen.
00:31:06: Wie wurde es uns gedankt?
00:31:07: durch eine Hetzkampagne der Bildzeitung, die dann von einer Schande für Deutschland und einem bösen Spiel gegen Franz Beckenbauer gehetzt hat.
00:31:16: und da war ... Martins Konterfei auf der Titelseite und die Titanic-Telefonnummer.
00:31:22: Dann wurden Bildleser aufgerufen, doch bitte in der Titanic an, in der Redaktion anzurufen und sie zu beschimpfen, was sie auch gemacht haben.
00:31:30: Daraus ist dann eine schöne CD entstanden, weil zufällig der Anruf verantwortet und das Aufnahmegerät mitgelaufen sind.
00:31:40: Bildleser, Schimpfen, Titanic.
00:31:42: Wahnsinn.
00:31:43: Gibt sie CD noch?
00:31:44: Ich glaube ja.
00:31:46: Muss ich mal besorgen.
00:31:47: Krass.
00:31:48: Also echt, echt eine irre Geschichte.
00:31:50: Haben wir noch eine Geschichte, Marc?
00:31:52: Ja, die, die wir eingangs sehr erwähnt haben.
00:31:55: Die ihr live verfolgt hat, wie die Mondlandung.
00:31:58: Ja, Thomas Gottschalk weiß ich heute noch.
00:32:00: Das war's mal mit der Familie.
00:32:02: Eigentlich schade, gibt's heute gar nicht mehr so.
00:32:03: Familie sitzt am Sassabend.
00:32:05: Das machen jetzt,
00:32:06: bald wieder, das machen jetzt die Kaulitzbrüder, hab ich gerade gewesen.
00:32:08: Die
00:32:09: Kaulitzbrüder
00:32:10: bekommen werden das.
00:32:11: Was?
00:32:12: Ja.
00:32:12: Wie bitte?
00:32:13: Das hab ich noch nicht gelesen, okay.
00:32:16: Man weiß ja auch nicht ganz genau, wie man das jetzt mitnehmen soll, was Thorsten erzählt.
00:32:22: Hab ich allerdings auch von der BILD.
00:32:23: Ach
00:32:23: so, ja.
00:32:27: Also, ja, kann ich mich sehr gut daran erinnern, als es darum ging, die Farbe haben Geschmack zu erkennen.
00:32:33: Die Farbe von was?
00:32:34: Von Wunschstift.
00:32:34: Ja, haben wir ja an.
00:32:35: Ich guck
00:32:36: mal dieses...
00:32:37: Ja, aber ich weiß nicht, ich fasse das schon über fast eine halbe Stunde
00:32:39: her.
00:32:39: Ich höre diese Mozzerei schon wieder hier, das geht schon wieder los.
00:32:41: Also, das fand ich... Sehr, sehr spannend, wo alle ja sehr beeindruckt waren und dann ja nachdem er quasi die Wette gewonnen hatte, wie man so schön sagt, das Geheimnis gelüftet hat und dann gesagt, ja, ich habe das schon unter der Brille durchgelugt.
00:32:56: Also ich muss sagen, Thomas Gottschalk hat das eigentlich ganz gut gemanagt, muss man sagen, aber das ist, glaube ich, mit die eindrucksvollste Wette, die für mich über alle Wetten das Sendung hin geblieben ist.
00:33:06: Ja,
00:33:07: auch das.
00:33:08: wurde dann natürlich in einem großen Aufmacher im folgenden Heft verwurstet.
00:33:12: Und das ist so ein Beispiel dafür für einen Titel, wo nichts draufstand.
00:33:17: Da war einfach nur Thomas Gottschalk drauf und Bernd Fritz, der Bundstift-Lutscher, wie er dann meint, wurde bunter Zunge.
00:33:25: Ja, also der Trick ist der Simpelste der Welt.
00:33:28: Hat er gut verkauft, die auskauft?
00:33:30: Wahrscheinlich.
00:33:31: Ich glaube, ja.
00:33:31: Ich glaube, das war ein echter Renner.
00:33:33: Es gab ja Werbung dafür noch am selben Abend.
00:33:36: Der Trick war, während Fritz, der amerikanische Chefredakteur, hat unter der Brille durchgelugt.
00:33:42: Ja, es ist verrückt.
00:33:43: Ich glaube, die Story wurde euch anders.
00:33:46: Das Schöne ist, wer das nochmal nachlesen möchte... Ich hab gesehen bei euch auf der Homepage ist das eine der Ausgaben, die ihr so rausgebt zum Download.
00:33:55: Gratis PDF.
00:33:56: Genau.
00:33:56: Und Gratis PDF, das kann ich echt nur jedem noch mal ans Herz legen.
00:33:59: Ich hab mir das runtergeladen, auch noch mal durchgelesen.
00:34:01: Also es ist wirklich absurd und so witzig.
00:34:03: Und wie einfach, also bei Wetten das, die haben ja gerade zu danach gelecht, das mit euch zu machen, weil das war ja so absurd.
00:34:10: Und wie lustig das dann auch aussieht, die Stifte in den Mund zu nehmen.
00:34:14: Also die haben ja... Firmlich gezogen, das müssen wir in die Sendung nehmen.
00:34:19: Also das müsst ihr mal runterladen und lesen, sind mehrere Seiten, aber es ist wirklich herrlich.
00:34:23: Also es ist wirklich herrlich.
00:34:24: Ansonsten kann ich auch einen unserer früheren Podcasts, also das ist jetzt der, die Tanik war früher Podcast, ist jetzt schon die vierte Iteration.
00:34:33: Wir machen ja schon seit vielen Jahren bei wechselnden Anbietern und mit wechselnden Formaten Podcast und in einem, den ich auch zusammen, den ich zusammen mit Moritz Hürtgen aufgenommen habe, da war Unsere Justizjahren gab ihr richtig zu Gast und die bis heute jedes Heft
00:34:49: auf
00:34:51: juristische Falschtricke und Gefahren abklopft.
00:34:54: Die war damals mit im ZDF-Studio und in der Halle, wo es aufgezeichnet wurde und hat Bernd Fritz begleitet und hat das in der Podcastfolge auch noch mal erzählt.
00:35:04: Und das wäre fast gescheitert, weil die Brille, die dann tatsächlich für die Wette verwendet wurde, war eine andere als in der Probe.
00:35:11: Oha!
00:35:12: Und die war nämlich enger.
00:35:13: Da konnte man nicht durchschauen und da hat Fritz improvisiert und gesagt, ja, ich bin leider ein bisschen erkältet.
00:35:20: Die Nebenhöhlen sind zu.
00:35:21: Und wenn die Brille zu eng ist, dann funktioniert es nicht richtig.
00:35:24: Da ist die Nase nicht frei.
00:35:25: Können wir die alte Probebrille wieder nehmen?
00:35:27: Und das war dann die, wo ein Schlitz zum Durchgucken drin war.
00:35:31: Wahnsinn.
00:35:32: Ja, sehr aufregend.
00:35:34: Das
00:35:34: ist echt Wahnsinn.
00:35:35: Thorsten, gibt es für euch eine Redaktion?
00:35:38: Gibt es auch Grenzen, wo ihr sagt, na, das ist... Das ist selbst jetzt für uns irgendwie der Schritt soweit.
00:35:45: Das macht die Justizjahren, haben wir gerade gehört.
00:35:46: Ja,
00:35:47: das stimmt.
00:35:47: Genau.
00:35:48: Ja, okay, aber... Dann
00:35:49: entscheiden wir uns dagegen.
00:35:54: Also diese Grenzen sollte man nicht definieren.
00:35:57: Das entscheiden wir von Fall zu Fall.
00:36:01: Im Zweifel, wie Eingangs zitiert, legen wir diese Grenzen fest.
00:36:06: Das kann dann auch manchmal in der Öffentlichkeit... anders oder umstritten aufgenommen werden, aber wir schränken uns da im Vorfeld nicht ein.
00:36:19: Ich habe gelesen irgendwo, es gibt ja in Deutschland viele Satire-Formate auch im TV.
00:36:25: Was auch noch?
00:36:27: Ja natürlich nicht so gut wie ihr, aber und das hat mich so ein bisschen stutzig gemacht, nicht, aber ich fand es doch überraschend, zeigt ja auch euer Mut, ihr seid das Format mit den meisten Klagen.
00:36:40: In Deutschland, die gegen euch angeschrieben worden sind.
00:36:42: Ja, das meiste verklagt
00:36:44: der Magazin Deutschlands.
00:36:47: Ist das was, wo auch mal stolz ist?
00:36:48: Oder ist das was, das macht auch ein bisschen Angst oder Sorge?
00:36:52: Weil ich sag mal, wenn mal so eine Klage durchschlägt, ein gutes Interview in der SZ mit eurer Anwältin, das kann ja dann schon eventuell auch existenzbedrohend sein, oder?
00:37:02: So ist es.
00:37:02: Also die, die Barschel, da bitte noch mal selbst recherchieren.
00:37:08: Baschel, Badewanne, Engholm, Titanic.
00:37:11: Das war eine Geschichte in den Neunzigern.
00:37:14: Und die hat das Heft tatsächlich an den Rand des Ruins gebracht.
00:37:18: Und gerade heute, wo die Printbranche ja eh auf dem letzten Loch pfeift, dann kann sowas dann wirklich betrohlich werden.
00:37:28: Also das Gute ist, dass ja Politiker, die ja oft Ziel des Spots sind, weniger klagen als früher.
00:37:38: die sind natürlich heutzutage geschult in solchen sachen die sind selbst ironisch das sind medienprofis die wissen mit satire umzugehen das ist natürlich auch alles irgendwie amerikanisches vorbild und die wissen also das irgendwie einzuschätzen und zu behandeln.
00:37:52: die klagen weniger aber dann gibt es immer mal wieder ausnahmen wie christian lin letztes jahr.
00:37:58: und naja so gut und schön die publis die immer ist die damit einher geht.
00:38:04: Am Ende könnte es teuer werden.
00:38:07: Aber das würde ich gerne kritisch nach meiner Frage machen, weil du sagst, die sind da heute ein bisschen gestehlt da im Umgang.
00:38:13: Ich hatte so gerade im letzten Jahr, also wenn ich da an unseren zweiten Mann im Staat, der Wirtschaftsminister, besser gesagt denke, dieses Schwarzkopf-Thema da, ja, wo er dann, also diese Verunglimpfung, die empfunden hat bei Social Media.
00:38:29: Wo diesen Vergleich, wo jemand doch, glaub ich, einen Post weitergeleitet hat mit dem Schwarzkopf und ihn als relativ unintelligent hingestellt hat, sofort ging es los mit der Klagewelle und man hat ihn gerichtlich verfolgt und den Eindruck hatte schon, dass einige Politiker viel engere Grenzen ziehen und dann relativ schnell auch dann verklagen.
00:38:50: Deswegen hab ich so den, also es ist ja schön für euch, wenn das so ist, insgesamt habe ich aber den Eindruck, dass sich Politiker fesenlich weniger gefallen lassen und sogar ... rechtstaatliche Mittel relativ schnell dann auch zufolge haben lassen.
00:39:01: Das sind schon Dinge, wo das Bauchgefühl sagt mir, dass das so in der Fläche, empfinde ich das zumindest nicht so.
00:39:08: Kommt drauf an.
00:39:09: Also ich glaube, diese Anzeigen oder einstweiligen Verfügung, die gehen dann meistens so gegen Privatpersonen.
00:39:17: Und das muss ich jetzt mal sagen, das sind ja meistens dann so irgendwie schon oft.
00:39:24: Wirköpfe, die in den sozialen Medien hetzen.
00:39:27: Also wirklich, die versuchen dann, sich zwar immer mit dem Schlagwort Satire rauszureden.
00:39:34: Das war ja nur Satire, aber letztlich geht es da um Hasskommentare.
00:39:38: Also ich das möchte ich doch trennen.
00:39:42: Eure Anwältin hat in ihrem Interview gesagt, dass gerade bei Politikern so diese Klagewelle immer dann einsetzt, wenn man das Gefühl hat, dass der Politiker eher so auf dem Abständigen Ast.
00:39:52: Ich glaube, das Lindner-Thema ist noch nicht ausgestanden, oder?
00:39:57: Nee,
00:39:58: offiziell nicht.
00:39:59: Aber wir warten nach wie vor, also auf die Erwiderung, also es gab da jetzt ein schriftliches Hin und Her zwischen den Rechtsvertretungen und ja, wir sind gewappnet und geschält, aber irgendwie kommt da nichts.
00:40:14: Also Herr Lindner verkauft jetzt Autos, was man so hört und ist da wahrscheinlich jetzt wieder gut ausgelastet.
00:40:20: von Leuchts wohl im Sande.
00:40:22: Seid ihr rund eurer Erscheinungsweise nicht tagesaktuell unterwegs?
00:40:27: Aber trotzdem kam es bei euch.
00:40:29: Da kommt es hin und wieder mal vor, dass ihr politische Last-Minute-Entscheidungen in letzter Sekunde Einfluss auf eure Titelgestaltung genommen habt.
00:40:37: Also es ist eigentlich eine ganz andere Idee hatte, aber dann gibt es so eine Steilvorlage.
00:40:41: Schmeißen wir alles über Bord.
00:40:43: Wir greifen dieses Thema kurzfristig auf und setzen es um.
00:40:47: Das gibt es oft.
00:40:50: Also natürlich gibt es ja auch Titanic Online.
00:40:52: Also wir finden auch Tages aktuell im Internet statt www.titanic-magazin.de.
00:40:58: Da gibt es auch Cartoons und Wortbeiträge zum Tagesgeschehen.
00:41:05: Aber es ist schon mehr als einmal passiert, dass im Grunde der am Redaktionsschluss Freitag der Titel schon feststand und dann ist am Montag drauf oder am Dienstag gar noch irgendwas größeres, weltbewegendes passiert, wo einem dann auch irgendwie Witze zu eingefallen sind und musste das kurzfristig auf den Titel.
00:41:27: Und ich hoffe, das passiert auch jetzt, also während ich hier sitze, ist eigentlich gerade tickt die Uhr, also in den vierundzwanzig Stunden müssen wir das PDF an den ans Druckhaus schicken und der Titel steht noch nicht fest.
00:41:40: Oha, vielleicht.
00:41:41: Was heißt?
00:41:43: Mal sehen.
00:41:45: Ich hoffe, jetzt auf öffgöttliche Eingebung oder auf... Sonstige Interview.
00:41:49: Entschuldigt das eigentlich im Kollektiv dann was auf?
00:41:51: Ja, schon, genau.
00:41:52: Also es gibt mindestens eine Titelkonferenz in jedem Monat und der Rest wird dann auch im Redaktions-Chat entschieden und diskutiert.
00:42:02: Ja, wir sind praktisch immer vierundzwanzig Stunden im Dienst.
00:42:05: Das ist also auch ein Unterschied zu den Jahren, in denen ich noch frisch dabei war.
00:42:11: Also da war es noch nicht ganz so drängend heute.
00:42:13: Es ist ja alles immer.
00:42:15: Hot und das Internet ist ungeduldig und die Welt läuft, sind zügelos.
00:42:24: Ist das schwieriger, auch von Printmedium, da gegen diese Geschwindigkeit anzugehen?
00:42:29: Gerade bei einem Monatsmedium.
00:42:32: Man wünscht sich wirklich die behäbigen Kohlzeiten zurück, wo man sich ein Thema rausgreifen konnte und das hat dann auch ... Garantiert noch in drei Wochen funktioniert, weil die Leute über nichts anderes geredet haben.
00:42:46: Und jetzt denke ich nur an sieben Tage zurück und da hatten wir Iran, Grönland und März und sonst was.
00:42:55: Ja,
00:42:56: hat mal eine Zeit, wo du gerade Helmut Kohl erwähnt hast, erinnert mich da richtig, war über fast ein Jahr lang nur Kohlkauer.
00:43:04: Und ich glaube, Kohl gehört ja zu den Politikern.
00:43:07: Die ja nie irgendwo mal aufgewogen haben oder geklagt haben.
00:43:09: Absolut.
00:43:10: Da war er sehr schlau.
00:43:12: Er hat garantiert auch Kenntnis davon, dass es das gab.
00:43:15: Aber das hat ihn einfach kalt gelassen oder zumindest hat er so getan und hat nie irgendwas unternommen.
00:43:21: Das war also geschickt.
00:43:24: Genau, in two ninety-two war das.
00:43:25: Da gab es elf Kohl-Titel.
00:43:27: Denn am Ende, also das war dann schon die Zeit, wo man mit Kohl alles machen konnte.
00:43:31: Also das war... Wir nennen das immer Themenverbindung oder Themenüberkreuzung, also aktuelles Thema und prominente Fresse.
00:43:39: Und damals war halt Kohl die Blaupause.
00:43:41: Also völlig egal, welches Thema Kohl hat Malaria oder sowas.
00:43:45: Dann machten Kohl mit Fliegen vorm Gesicht.
00:43:48: Damals war Hans-Zippert-Chef-Redakteur und er hatte auch an seinen Jahresurlaub.
00:43:53: Und als er im Urlaub war, hat die Redaktion die Chance ergriffen, den einzigen Nicht-Kohl-Titel zu nehmen.
00:44:00: Da wurde der Streak unterbrochen.
00:44:02: Wie war die Reaktion?
00:44:03: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:04: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:06: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:07: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:08: Ich glaube,
00:44:09: er hätte gerne die zwölf.
00:44:10: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:12: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:13: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:14: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:16: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:17: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:18: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:20: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:21: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:23: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:24: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:25: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:27: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:28: Ich glaube, er hätte gerne die zwölf.
00:44:29: Ich glaube, er hätte gerne die zw.
00:44:32: Wenn ich dich jetzt frage, wie würdest du Satire definieren?
00:44:35: Also was ist genau Satire und was grenzt dann dieser Tiere auch vielleicht von Comedy ab?
00:44:41: Ach, das ist auch so was, was sich immer ändert.
00:44:44: Satire, heute ist es wieder ein bisschen anders als noch vor zehn Jahren.
00:44:48: Naja, irgendwie, das soll jetzt auch nicht, das klingt jetzt vielleicht hochtrabend, aber irgendwie versucht Satire ja doch die Gesellschaft, wenn nicht zu verändern, so doch zu... Einfluss oder irgendwie aufzuklären, Satire will eigentlich Gutes, sag ich mal.
00:45:06: Und diese Kommentare von, also ja, was du schon unter Hasskommentare jetzt auch zusammengefasst hast, das tritt ja oft nach unten und so.
00:45:18: Man kann natürlich immer sagen, war ja nur Satire, aber nee, ist es dann oft nicht, wenn es irgendwie von oben nach unten geht oder...
00:45:27: Also, falls ich
00:45:28: mich vorhin nicht richtig ausgedrückt habe.
00:45:32: Ich wollte mich relativ allgemein fassen.
00:45:35: Bei dem Schwachkopfthema mit Habeck ging es nicht um Hasskommentar, sondern es ging einfach um den Menschen.
00:45:40: Wie genau war das?
00:45:41: Ich glaube,
00:45:42: da hat auch jemand dieses Emblem des Unternehmens Schwarzkopf genutzt und hat im Prinzip dann darauf ein Schwachkopfmime gemacht.
00:45:50: Das war kein Hasskommentar.
00:45:52: Und
00:45:52: es wurde sofort juristisch verfolgt von Habeck selbst.
00:45:57: Das Hasskommentare, das will ich nur noch mal rausstellen.
00:45:59: Also das war es nicht.
00:46:00: Sondern da hatte ich so das Gefühl, diese Toleranz ist nicht so da, aber kann natürlich auch sein.
00:46:07: Die Ampel war ja da auch schon so ein bisschen auf dem Abgesang, dass man da vielleicht etwas sensibler vorgeht, aber diese Affäre, dass da, ich weiß gar nicht, ob es ein Rentner war, der dann weitergeleitet hat oder selber gebaut hat und dann gepostet hat.
00:46:21: Das war jetzt... Also würde ich jetzt, zumindest in dem Fall, deswegen habe ich das jetzt nochmal aufgegriffen.
00:46:26: Das war kein Erstkommentar, sondern das war einfach halt NIEM und dann eben Schwachkopf.
00:46:30: Das möchte ich jetzt nicht sagen, es hätte offen Titelblatt von einer Tageszeitung sein können, aber das ist sofort juristisch gegen vorgegangen gegen diese Menschen.
00:46:37: Gut, da kann man natürlich auch diskutieren, ist ja dann nicht vielleicht ein bisschen dünn heute gewesen.
00:46:42: Ja, mit Sicherheit.
00:46:43: Und genau das meinte ich.
00:46:44: Ja, genau.
00:46:44: Und das meinte ich mit diesem, was meine Empfindung war, wenn solche Fälle juristisch aufgegriffen werden durch die Politiker.
00:46:50: dass die Toleranz dann vielleicht nicht so war, aber die Begründung, die schon nachvollziehbar... Ich glaube, wenn du dann so auf so einem Abgesang gerade bist und sowieso schon untergehst, dann bist du einfach empfindlicher, als wenn du aus einer stabilen Position heraus ergehst.
00:47:03: Was ich jetzt ganz interessant fahr, Thorsten, dass du sagtest, nach unten treten oder nach oben treten.
00:47:08: Also, Satire hat dann eher den Anspruch nach oben zu treten und nach unten zu treten gibt es irgendwie... Ich misst da gerade spontan eingefallen, weil man ja immer wieder liest, ja, ist Satire.
00:47:18: Ja, ich kann mich irgendwie hinter Satire verstecken.
00:47:21: Ich kann mich erinnern, es gab, glaub ich mal, vielleicht kann man es damit noch ein bisschen auch veranschaulichen, das Thema mit Stefan Raab, vielleicht vertrue ich mich da auch.
00:47:29: Da gab es, glaub ich mal, eine Mädchen, die hatte einen Nachnamen, den hat er benutzt, um irgendwie sexuell Witze zu machen über sie.
00:47:35: Und es war relativ groß, die hat dann auch geklagt.
00:47:39: Und er hat sich auch auf das Thema Satire beschränkt, alles unter Satire zu verstehen.
00:47:44: Aber da hat, glaub ich, das Gericht eben ... der Frau recht gegeben und nicht dem Stefan Raab.
00:47:50: War das einigermaßen richtig zurück?
00:47:52: Ja, wir müssen
00:47:53: ja jetzt jetzt den Namen auch nicht wiederholen, denn das war ja eine Privatperson.
00:47:56: Da fängt es schon an.
00:47:58: Also das war keine Person des öffentlichen Lebens, die man kritisieren kann oder muss.
00:48:03: Also das ist ja etwas... dass man oft in Gerichtsentscheidungen dann liest, das muss jemand aushalten, der sowieso in der Öffentlichkeit
00:48:12: steht.
00:48:13: Und das war, also das war, das Mädchen war nicht mal sechzehn und so war da mal in einer Daily Talk Show aufgetreten oder ich weiß gar nicht, wie in welchem Zusammenhang.
00:48:23: Und das war halt ihr Name und er hat nur über den Namen Witze gemacht.
00:48:28: Und dann kommt ja das nächste, wo ist denn der Aussagekern, wie es so schön heißt.
00:48:34: der da herausgeschält werden muss?
00:48:36: und den wird man nicht finden, wie man satire Maßstäbe ansetzt.
00:48:41: Und so ist es ja auch bei dem Schwachkopfmime.
00:48:43: Also es ist natürlich erstmal handwerklich, ist es vielleicht ein Witz, aber ist es satire?
00:48:49: Ich würde sagen, nein.
00:48:50: Das ist
00:48:51: ja auch beleidigend, ein bisschen.
00:48:54: Also was bezwecke ich damit, damit dann auch satirisch?
00:48:57: Ja, wer will nicht klären können, vermutlich.
00:48:59: Also zumindest Herr Haberk fühlte sich persönlich angegriffen und hat straffleuchtlich verfolgt.
00:49:03: Bleiben wir bei dem Thema, also wenn es Konflikte zwischen moralischer, verantwortlichen, künstlerischer Freie gibt.
00:49:09: Bleiben wir nochmal bei dem Lindner Beispiel.
00:49:12: Gibt es dann Konflikt?
00:49:14: Und wenn ja, wie löst ihr den?
00:49:18: Also das würde mich halt interessieren.
00:49:20: In der Redaktion solche Konflikte auch durch.
00:49:22: Was kann daraus entstehen?
00:49:23: Entstehenden Pro und Kontra und dann wegt man ab oder wie löst man so was?
00:49:28: Also ich meine, sag mal so.
00:49:29: Jetzt sagt Hurra, es ist ein Low-Performer, ungeborenes Leben, Herr Lindner kriegt ein Kind.
00:49:35: Wie löst man das in der Redaktion halt auf?
00:49:37: Also so wie du wahrscheinlich beschrieben hast, dass du sagst, man schält die Aussagekraft dann im Artikel dann wahrscheinlich heraus.
00:49:44: Ja, in dem Fall war das ja offensichtlich.
00:49:46: Und ist es immer noch für uns alle offensichtlich, also der gestellte oder der zumindest... leidenschaftliche neoliberale High-Performer Christian Lindner, der immer alle ermutigt oder anfeuert, aus der Hängematte zu gehen und ihr anpacken, etc.
00:50:06: Und wenn man ihn als Vater eines Low-Performers darstellt, das trifft ihn, das ist lustig.
00:50:13: Und da gezeigt wurde ein Embryo für einen Wirtschafts-Chart-Absteigender.
00:50:21: Kurve, das ist ja schon an sich extrem albern auch.
00:50:24: Also wir werden da ehrlich gesagt nicht, sind da nicht draufgekommen, dass er das Problem hat und dass er rechtliche Schritte einleiten würde.
00:50:33: Gut, wahrscheinlich ist dieses Thema Embryo Kind bekommen, sich auf ein Kind freuen, das ist wahrscheinlich dann noch ein bisschen ein
00:50:40: besonderes
00:50:40: Thema.
00:50:41: Da
00:50:42: sind es dann der Schmerz vielleicht tiefer.
00:50:43: Und es geht dann ja auch immer über die Mutter, das haben wir ja auch abgewogen und haben deswegen die... Frau Leefeld, wie sie heißt, ja, eher verdeckt und auf dem Titel im Hintergrund.
00:50:56: Oder jetzt habe ich den Titel schon gar nicht mehr vor Augen.
00:50:58: Vielleicht ist sie auch gar nicht zu sehen.
00:50:59: Irgendwie.
00:51:00: Ja, also es ist ja ein Witz gegen Christian Lindner als Person, wie er sich darstellt und als Politiker und als, na ja, ich will jetzt nicht weitere Beleidigungen führen, aber es gibt sicher viele Bezeichnungen, mit denen man Christian Lindner und seine Politik charaktisieren
00:51:17: kann.
00:51:18: Ist Politik grundsätzlich ein langbares Thema?
00:51:20: Ist wahrscheinlich so das Top-Thema für Satire, oder?
00:51:22: Oder gibt es daneben der Politik noch?
00:51:24: Du hast vorhin die Mücken-Geschichte erzählt.
00:51:26: Das sind wahrscheinlich eher so kleinere Themen, die ihr dann transportiert über euer Magazin.
00:51:31: Politik ist da schon wahrscheinlich vorherrschen, oder?
00:51:33: Mal abgesehen vom Lüften.
00:51:35: Stimmt.
00:51:37: Ja klar.
00:51:37: Und die Leute wollen ja sowas sehen.
00:51:39: Die Leute aus der Innenpolitik, die man kennt, die sollten schon vor allem behandelt werden.
00:51:46: Aber ich meine, euch geht es ja dann auch nicht.
00:51:47: eine Person zu beleidigen, das haben wir ja jetzt irgendwie ausgeblich diskutiert, sondern es geht ja am Ende drum, was aufzuzeigen, was irgendwie in die falsche Richtung läuft oder was nicht richtig läuft oder nicht in einem Ideal entspricht oder wie kann man das so sagen?
00:52:02: Ja, schon.
00:52:04: Wir haben da immer so irgendwie den Finger am Puls der Zeit, versuchen Trends und Tendenzen und Bewegungen und Entwicklungen abzulesen und dann irgendwie zu kommentieren.
00:52:18: Macht die gesellschaftliche Entwicklung oder auch der gesellschaftliche Druck Satire wichtiger denn je, aus deiner Sicht?
00:52:27: Das ist auch eine Frage, die oft gestellt wird.
00:52:30: Oft heißt es, kommt dann auch der Satz, ja, das müssen ja herrliche Zeiten für Satire
00:52:35: sein.
00:52:36: Das weiß ich gar nicht.
00:52:37: Herrliche Zeiten fragen mich gerade, ob die Menschen noch bereit sind.
00:52:40: Hochgestochen Satire, wo man eben auch
00:52:43: Krips mit
00:52:43: reinstecken und nachdenken muss.
00:52:45: Die Leute, dass man sie nicht verliert, weil sie sich diese tiefen Gedanken gar nicht mehr machen wollen.
00:52:50: Also kannst du jetzt natürlich sagen, das ist dann nicht unsere Zielgruppe.
00:52:53: Aber das macht mir dann immer so ein bisschen Sorge, ob die Satire als solche dann hin und wieder dann gar nicht mehr erkannt wird.
00:52:59: Also bei uns wird sie im Zweifel erkannt.
00:53:02: Also steht ja auch Satire-Magazin von drauf.
00:53:05: Ich glaube, wer Titanic liest, hat da schon irgendwie ein gewisses Wissen, Weltwissen und bringt auch Grundkenntnisse in Humor, Theorie und Satire Kunde mit.
00:53:19: Na ja, ob die Gesellschaft das braucht und will, das kann man ja dann auch so an Medientendenzen ablesen.
00:53:27: Es gibt viele Satire-Formate im Fernsehen, also offenbar ist da ein Bedarf da.
00:53:32: Satire hat heute eben nicht mehr nur die Aufgabe, etwas zu kommentieren, sondern auch um aufzuklären.
00:53:39: Das wird ja auch gerne übernommen, also einfach mal ein Thema überhaupt aufs Tapet zu bringen.
00:53:45: Aber wir fragen uns auch immer, wo ist der Witz?
00:53:48: Also wir wollen natürlich auch in erster Linie unterhalten, also die Leute ein bisschen zum Lachen bringen in diesen schwierigen Zeiten.
00:53:56: Ja, das ist auch ein heres Ziel, das finde ich auch gut.
00:53:58: Jetzt haben wir über die Satire gesprochen, über den Kern der Satire.
00:54:02: Ihr habt klar festgelegt, wer die Grenzen der Satire setzt, nämlich ihr.
00:54:07: Wenn wir jetzt mal die andere Seite der Medaille uns angucken, Beispiel Böhmermann Schmelgedicht.
00:54:12: oder auch die dramatische Geschichte rund um Charlie Hebdo.
00:54:16: Gibt es da so eine Seite, wo ihr sagt, wenn man doch mal eine Grenze überschreitet, schwingt dann da auch irgendwie Sorge oder Angst mit?
00:54:24: Also ich meine, gerade bei dem Thema Charlie Hebdo, wenn man sich das anguckt mit der Redaktion in Frankreich, das ist ja schrecklich.
00:54:30: Und ihr seid Redaktion der Titanic in Frankfurt.
00:54:33: Gibt es da solche Gedanken aus und man sagt, oh, ein bisschen mulmiges Gefühl habe ich jetzt bei dem eine oder andere Thema doch?
00:54:40: Ich war ja damals auch in der Titanic-Redaktion, also in Charlie Hebdo.
00:54:44: Das passierte, was da passiert ist, in den Jahr zwei Tausend Fünfzehn.
00:54:49: Und wir hatten von uns aus jetzt nicht sofort Angst, aber uns wurde Angst gemacht.
00:54:56: Also dadurch, dass hundert Kamerateams auf einmal in der Redaktion standen und uns gefragt haben, ob wir Angst hätten.
00:55:02: Und dann standen ja, wurden ja sogar Polizeieinheiten abkommendiert.
00:55:07: Wir hatten da wirklich ein paar Tage lang Polizisten mit Maschinengewehren von herummaschieren und dann wird einem mulmig.
00:55:15: Der Chefredakteur hatte Personenschutz und so.
00:55:18: Da war ein Mann vom, ich weiß gar nicht mehr vom Innenministerium oder so, war da und hat uns aufgeklärt und uns erzählt, was wir beachten sollen und immer mal die die regelmäßigen Routinen ändern und den Arbeitsweg variieren.
00:55:34: So, dann wird mein Paranoid.
00:55:36: Ja, genau.
00:55:37: Ansonsten, wir haben... bis jetzt noch keine erboßen Muslime vor der Tür gehabt.
00:55:44: Okay.
00:55:45: Ja.
00:55:46: Toi, toi, toi.
00:55:47: Gott sei Dank.
00:55:47: Wie geht ihr generell mit Beschwerden um oder mit rechtlichen Grenzen zur Social Media Empörung?
00:55:54: Also ich persönlich, das händelt natürlich jeder individuell, aber ich persönlich lese Social Media Kommentare gar nicht.
00:56:01: Sehr gesund.
00:56:03: Ich lese Zuschriften per Post, die lese ich natürlich.
00:56:06: Wir öffnen die Briefe.
00:56:07: und nehmen das zur Kenntnis.
00:56:09: Manchmal ist das unterhaltsam.
00:56:10: Manchmal denken wir noch eine Sekunde länger drüber nach und versuchen zu verstehen, was da die Sorge ist oder was diejenige umtreibt.
00:56:23: Aber wir antworten jetzt nicht.
00:56:24: Also das sollte man.
00:56:26: Erstens fehlt uns die Zeit, zweitens wäre es unsouverän, Witze zu erklären oder Satire Nachhilfe zu geben.
00:56:33: Man kann uns gerne schreiben, man kann uns gerne beleidigen.
00:56:36: Bitte nicht erschießen, denn wir müssen ja noch weiterarbeiten.
00:56:39: Aber gerne kann man uns auch wissen lassen, wo wir da angeeckt sein können.
00:56:46: Wie wird sich deiner Meinung nach Prinzertiere entwickeln?
00:56:49: Jetzt auch vor dem Mittagrund, was Carsten von gesagt hat, der Postillon kommt in Primform in den Markt, ist ja erst mal ein gutes Zeichen.
00:56:57: Stimmt, das war so eine Crowdfunding-Aktion, finde ich gut.
00:57:01: Also wir setzen natürlich darauf, dass ein Milliardär uns entdeckt und als Metzen dann fungiert, uns einfach sehr viel Geld gibt, damit wir noch weiter existieren können oder ergeben sich andere Geldquellen wie in Amerika.
00:57:16: Wo ja auch die Onion jetzt wieder als Printmedium erscheint.
00:57:20: Danke.
00:57:20: Klagesummen, das war ja komplizierte, aber schöne Geschichte.
00:57:24: Ja, also wenn es nach mir ginge, sollte es das weiter hingeben und das ist auch unsere Hoffnung und wir setzen alles dran, dass es uns noch weiter gibt.
00:57:32: Ich bin nach wie vor ein großer Printfan.
00:57:35: Es würde vieles verloren geben.
00:57:36: Gerade, wie ich eingangs sagte, was so die Stilparodin und Formparodin angeht, das sind ja... auf Sachen, die funktionieren online einfach nicht.
00:57:45: Also wenn man ein anderes Magazin, ein gedrucktes Magazin parodiert, dann braucht es natürlich das Printformat dafür.
00:57:53: Ihr hattet zum Ende des letzten Jahres eine Kampagne online, da habt ihr ... dazu aufgefordert, Abos der Titanic zu machen.
00:58:03: Im ersten Moment denkt man so, oh, oh, oh, oh.
00:58:06: Wie sieht es jetzt aus?
00:58:07: Das müssen wir uns Sorgen machen.
00:58:09: Da braucht ihr dir tausend Abonnenten, damit ihr überhaupt weitermachen könnt.
00:58:13: Ich hoffe jetzt mal einfach mal, das ist ein Marketing.
00:58:15: Ja, so genau.
00:58:16: Natürlich
00:58:17: braucht man immer Runde, große Zahlen, mit denen man den Leuten was an die Hand geben kann.
00:58:22: Wir haben das jetzt nicht präzise durchgerechnet, wie viele wir rauchten.
00:58:25: Also jetzt gibt es uns erst mal wieder ein paar Monate und so hangeln wir uns immer voller Sorge voran.
00:58:31: Natürlich, das wäre ja jetzt illusorisch und heuchlerisch zu sagen, an uns gehe die Printkrise völlig vorbei.
00:58:39: Wir sind genauso betroffen wie andere und sehen sorgenvoll was mit konkret und so und anderen kleinen Zeitungen und Zeitschriften aus dem hier, ich sag mal, alternativen, links alternativen Spektrum passiert und so.
00:58:53: Klar sind diese ganzen Bedenken da, aber wir sind auch optimistisch und achten weiter wie bisher.
00:58:59: Das wäre ja mit Thorsten mein nächster Frage gewesen, was für Titanik wünschen würdest, aber das hast du ja schon gesagt, einen unfassbar reichen Metzenen, der euch wie Geld gibt, dass ihr möglichst lange
00:59:10: oder eben Abonnements.
00:59:13: Also wer Noch irgendwie
00:59:15: ein Paar,
00:59:16: ja das sowieso.
00:59:17: Wo
00:59:18: kann er sich denn das abhoben, wo kann er auf der Website wahrscheinlich?
00:59:21: Ja, da gibt es einen Abo-Bereich, der wurde auch gerade frisch erneuert.
00:59:25: Top.
00:59:25: Ist jetzt noch zugänglicher und einfacher.
00:59:28: Jetzt braucht es wirklich nur zwei Klicks und dann kann man uns unterstützen.
00:59:33: Und das selbst auferlegte Ziel ist ja, dass... letzte Printmagazine auf dem Markt.
00:59:40: Der Endgegner auf dem Printmarkt, wie es meine Vorgängerin Julia Matthäus mal formuliert hat.
00:59:46: Ja, und beziehungsweise das Magazin sein, das alle anderen Magazine überflüssig macht.
00:59:51: Und überlebt, das wäre dann mal, also wir unterstützen das gerne.
00:59:54: Jetzt haben wir mit Martin Sonneborn gestartet.
00:59:57: Vielleicht enden wir mit Martin Sonneborn auch ein bisschen, der hat mal gesagt, er ist auf der Suche nach dem tödlichen Witz, der Sidekick.
01:00:05: Kommt aus Multipeiten.
01:00:06: Gibt's für dich so was wie den perfekten Witz?
01:00:09: Hattest du schon mal einen, wo du sagst, ey, das war eigentlich früher zu den Top-Witzen, die mir je eingefallen sind, zu irgendeinem Thema?
01:00:15: Oder bist du nur auf der Suche nach einem richtig den perfekten Witz?
01:00:18: Gibt's den perfekten Witz überhaupt?
01:00:19: Nein, also ich, dazu bin ich ja viel zu uneitel, als das ich sagen würde.
01:00:24: Ich hätte schon einen perfekten Witz gemacht.
01:00:27: Und die, die goldene Paare angte, das habe ich mal in irgendeinen Artikel mit dem Wolf formuliert, die wird in einer Truhe im Titanic Keller aufbewahrt, die wird im Notfall geöffnet.
01:00:40: Nein.
01:00:41: Oh, da gab es schon in der Vergangenheit ein paar.
01:00:43: Also der allseits beliebte Zonengabi-Titel, das ist für mich ein perfekter Titel.
01:00:48: Das stimmt, der ist echt perfekt.
01:00:49: Zonengabi im Glück, meine erste Banane.
01:00:52: Und er hat Klammerwitze, Alterswitze und ist... Zeitlos, lustig, verständlich und wird international verstanden.
01:01:00: Das ist so was, wo man sich dran messen kann.
01:01:03: Ja, und dann kommt schon richtig Lüften, das ist natürlich auch.
01:01:06: Also, ich weiß nicht, wer das nicht versteht hat.
01:01:10: Nein, auch sowas muss es geben.
01:01:12: Total.
01:01:13: Also alle raus noch, Magazinen noch kaufen, weil der nächste steht von der Tür.
01:01:18: Marc.
01:01:18: Ja.
01:01:19: Was sagst du?
01:01:20: Ja, war interessant, die tiefe Einblicke mal zu bekommen.
01:01:23: Ich hab... Und das hab ich dir zur Angegengse auch noch gesagt, wenn du mich immer so fertig machst hier, dann darfst du das gar nicht, weil ich bin ja keine Person öffentlich und rechts.
01:01:31: Ja,
01:01:32: muss sich jetzt ein bisschen
01:01:33: aufpassen.
01:01:33: Ich pass jetzt ein bisschen auf zukünftig.
01:01:35: Hätt sich dir die Schadenanwälten, die ich hinter mir vereinigt habe, schon vorsorglich auf dem Hals.
01:01:39: Nee, Tost, nee.
01:01:40: Einfach wieder beleidigen.
01:01:41: Das ist ja auch oft...
01:01:43: Ah, auch gut.
01:01:44: Also...
01:01:45: Das verträgt aber nicht so gut.
01:01:46: Ich glaub, bei der Strafe von wegen Beleidigung wird abgesehen, wenn die Beleidigung sofort erwidert wird.
01:01:53: Karsten mag das nicht so, wenn man ihn beleidet.
01:01:55: Da kommt immer zu spät halt.
01:01:56: Ja, da stehe
01:01:57: ich drüber.
01:01:58: Thorsten, vielen lieben Dank.
01:01:59: Ja, gerne.
01:02:00: Dass
01:02:00: du den Weg in unser Studio aufgenommen hast, von Frankfurt extra herzukommen, zu untersteuern.
01:02:05: Ja, und das, obwohl gerade der Titel fertig gemacht wurde.
01:02:07: Ja, genau.
01:02:07: Das hat
01:02:08: das.
01:02:09: Ich
01:02:09: hab ein ganz schlechtes Gewissen.
01:02:10: Ja,
01:02:12: in
01:02:12: den Zügen tatsächlich.
01:02:14: Ich werd jetzt im Zug auch weiter daran arbeiten.
01:02:16: Das ist
01:02:16: schon wieder Satire.
01:02:17: Also, wenn du im Zug was digital bearbeiten möchtest über WLAN, das ist jetzt schon harte Satire, weil ... Es gibt keine Fehlhanverbindung im Zug, habe ich gelernt.
01:02:24: Ich gerade
01:02:25: im Nahverkehr den ich hier nutze, um das Deutschland-Ticket möglichst auszuschöpfen.
01:02:31: Ja.
01:02:31: Ja.
01:02:32: Und vielen Dank für die auch wirklich vielen Hintergrundinformationen.
01:02:36: Hatte uns die Taliq und hoffentlich auch den höheren Hörer ein bisschen näher gebracht.
01:02:40: Das hoffe ich auch sehr.
01:02:41: Und wie gesagt, ladet euch noch mal runter.
01:02:43: Das wird das Thema echt großartig.
01:02:44: Ja,
01:02:45: wir würden noch mal einen unserer Post, wenn wir den linken nochmal...
01:02:48: Ja, verlinken wir alles noch
01:02:49: mal.
01:02:50: Die WM-Ausgabe gibt es auch als gratis mit F. Also da gibt es so ein Download-Bereich
01:02:55: und
01:02:56: ihr findet
01:02:56: das schon.
01:02:56: Ja, wir verlinken nochmal.
01:02:58: Also das macht echt richtig lau und ich sehe das nochmal durch zu lesen.
01:03:02: Ja, dann ich möchte mich auch bedanken Thorsten, war richtig cool, dass du da warst.
01:03:05: Da haben wir viel mitgenommen, auch zum Thema Satire, viel verstanden.
01:03:10: Und jetzt gebe ich dem Jan nochmal das Heft richtig lüften und dann soll er mir nachher nochmal jetzt sehen, wie er das sieht.
01:03:15: Und ihr draußen denkt immer dran.
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